i-Doc Kulturen des Wandels

Entwicklungen des Teilprojekts I
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

I-Docs stellen Wissen in unterschiedlichen Formaten – wie Text, Audio, Bewegtbild und Animationen (des Berliner Verbundpartners) – in nonlinearer Weise zur Verfügung. Im Zentrum des Verbundvorhabens steht das federführend vom Freiburger Teilprojekt entwickelte i-Doc Kulturen des Wandels – [Bio-]Diversität des Wissens. Die Themen des i-Docs schließen an ein Plädoyer an, das sich bereits in der Handreichung Gender-Perspektiven in den Natur- und Technikwissenschaften finden lässt: Um einen Kulturwandel in MINT-Fächern zu befördern, gilt es, Genderforschung in die Natur- und Technikwissenschaften einzubeziehen, die Hochschullehre durch gendersensitive Didaktik zu bereichern und gleichstellungspolitische Perspektiven im MINT-Bereich zu entwickeln.

Vielfältige Dialoge sollen durch das i-Doc angeregt und Fragen angestoßen werden: Welche Inhalte der Genderforschung können in welcher Art und Weise in den MINT-Bereich integriert werden? Welche gleichstellungspolitischen Ansätze lassen sich wie verfolgen? Und inwiefern bietet künstlerische Forschung Impulse, um einen Kulturwandel in MINT anzustoßen? Diesen Fragen wird nicht zuletzt nachgegangen durch Impulse einerseits des Berliner Teilprojekts zu gendersensitiver Didaktik und andererseits des Offenburger Teilprojekts zu konzeptuellen Ideen intermedialer Gestaltung von Wissen.

Letzt genannte Impulse werden insbesondere durch ein i-Doc eingebracht, das während der Projektlaufzeit unter dem Titel De/Globalize parallel zum Verbundvorhaben entsteht. Es wird von Daniel Fetzner, Leiter des Labors für Medienökologie an der Hochschule Offenburg und des dortigen Teilprojekts kreiert. Das Projekt untersucht in drei Phasen das Verhältnis des Menschen zur Erde im Zeitalter des Anthropozän als Suchbewegungen nach dem “Terrestrischen”, wie es der Science and Technologie Forscher Bruno Latour benennt. Dabei rekurriert der Soziologe u.a. auf die Genderforscherin Donna Haraway und Gaia, eine von der gleichnamigen griechischen Göttin inspirierte terrestrische Denkfigur. Durch De/Globalize fließen insbesondere methodische Anregungen in das Gesamtvorhaben ein, da das Projekt als künstlerischer Forschungsprozess angelegt ist und sich daran exemplarisch diskutieren lässt, in welcher Weise, Wissen nicht nur sprachlich, sondern ebenfalls über Bilder und Medien vermittelt werden kann. Welche Chancen und Herausforderungen entstehen durch eine solche Form der Wissenexploration? Vertiefend werden diese Fragen in partizipativen Mediografien ausgelotet, die vom Offenburger Teilprojekt entwickelt werden.

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Literatur

Lünenborg, Margreth & Maier, Tanja (2013) Gender Media Studies: Eine Einführung Taschenbuch. Müchen & Stuttgart: UVK.
Mangelsdorf, Marion; Mikoleit, Ronja; Schmitz, Sigrid & Fetzner, Daniel (2018) Gendering Marteloskope – Digitalisierung von Gender-Wissen im MINT-Bereich. Proceedings of 4th Gender & IT Conference, Heilbronn, Germany (GenderIT’18), 225-227.