Basiswissen

In der Muttersprache sind die Worte den Menschen angeheftet, so dass man selten spielerische Freude an der Sprache empfinden kann. Dort klammern sich die Gedanken so fest an die Worte, dass weder die ersteren noch die letzteren frei fliegen können. In einer Fremdsprache hat man aber so etwas wie einen Heftklammerentferner: Er entfernt alles, was sich aneinanderheftet und sich festklammert.

Yoko Tawada (1994) Von der Muttersprache zur Sprachmutter

Die Basismodule werden von den Verbundpartnern in Freiburg und Offenburg gemeinsam ausgestaltet. Mittels sowohl künstlerischer als auch dokumentarischer Impulse geht es hier im Kern darum, welche Themen durch Geschlechterstudien angesprochen werden: für Fragen von Identität, Beziehung zwischen Ich und Anderen und der Rolle von verbaler ebenso wie nonverbaler Sprache hinsichtlich geschlechtlicher Zuschreibungen wird in diesen Basiseinheiten sensibilisiert. Ebenso geht es darum Prozesse der Entselbstverständlichung anzuregen. Denn zunächst scheint nichts selbstverständlicher zu sein, als ein Gegenüber in eines von zwei Geschlechtern einzuteilen. – Aber ist Geschlecht nicht immer mehr als die Auswahl zwischen einem Entweder-oder, zwischen männlich und weiblich? Und welche weiteren Zuschreibungen – wie etwa Alter, kulturelle Herkunft, sozialer Status oder religiöse Überzeugung – sind ausschlaggebend, um Menschen zu verstehen, wie sie sind, uns begegnen und sich zu Themen positionieren?

Hinweis GEND–O–MAT

Unter folgenden Link findet sich eine interessante Präsentation des Gleichstellungsbüro der Bauhaus-Universität Weimar zum Thema ›gendersensibel formulieren‹.