PROGRAMM

WORKSHOP TRANSFERWISSEN I
GENDERSENSITIVE DIDAKTIK UND DIGITALISIERUNG


Moderation: Dr. habil. Sigrid Schmitz und Dr. Marion Mangelsdorf



15.03.18

09.30-09.45 Uhr

Begrüßung und Kurzvorstellung des Projekts von Marion Mangelsdorf, Sigrid Schmitz und Daniel Fetzner


09.45-11.00 Uhr          

"Toolbox Gender und Diversity in der Lehre"
Melanie Bittner (Berlin)

Die „Toolbox Gender und Diversity in der Lehre“ ist eine seit November 2016 frei zugängliche Website mit Informationen, Ressourcen und Anregungen zu gender- und diversitätsbewusster Lehre. Sie richtet sich in erster Linie an Lehrende, die ihre Komptenzen zur Vorbereitung und Durchführung von Lehrveranstaltungen erweitern wollen. Das Projekt wird vom Margherita-von-Brentano-Zentrum und dem Büro der zentralen Frauenbeauftragten der Freien Universität Berlin in Kooperation durchgeführt. Im Vortrag werden die Strategien zur Bekanntmachung und Implementation an der gesamten Hochschule vorgestellt, die im vergangenen Jahr eingesetzt wurden.
Welchen Fragen und Reaktionen begegnen wir? Was beschäftigt die Lehrenden, die die Toolbox kennenlernen? Welche Bedarfe und Lücken zeigen sich? Auf welche Hürden stoßen wir?
Darüber hinaus soll reflektiert werden, welche Vorteile und Herausforderungen das digitale Format der Toolbox und die Nutzung von Creative Commons Lizenzen mit sich bringt.

"Identitätenlotto. Ein Lehr-Lernspiel quer durchs Leben"  
Juliette Wedl (Braunschweig)

Wie ist das Leben in einer anderen Identität? Mit einer neuen, zufällig gezogenen Spielidentität anhand von Differenzkategorien wie Geschlecht, Herkunft und Klasse werden verschiedene Lebensthemen durchlaufen und so das Leben aus einer anderen Perspektive betrachtet. Das Spiel sensibilisiert für Stereotype und Diskriminierungen und vermittelt Geschlecht in seiner Vielfalt. Anwendungsfelder sind Lehr- und Bildungskontexte im Allgemeinen, in denen Gender und Vielfalt thematisiert werden sollen. Der Vortrag gibt einen Kurzeinblick in das Lehr-Lernspiel, welches am Braunschweiger Zentrum für Gender Studies entwickelt wird.

11.00–11.15 Uhr           

Kaffeepause


11.15–13.00 Uhr           

"Ciné-Ethnographie: Visuelle Anthropologie und Künstlerische Forschung in der Lehre"
Jun.-Prof. Dr. Julia Bee (Weimar)

In der Visuellen Anthropologie lassen sich zahlreiche Experimente mit Film, Fotografie und Installation finden. Diese Methoden sind bildbasiert und nicht bloß Illustrationen eines bereits vorhandenen Wissens. Damit finden sich Parallelen zwischen Medien in Künstlerischer Forschung und Visueller Anthropologie: Film und Bild werden als genuin mediale Wissensformen verstanden, die den Forschungsprozess selbst von innen her verändern. Dies hat Anthropolog_innen dafür sensibilisiert, wie kontextsensibel, situiert und relational Wissen ist. Wie können wir dieses erfahrungsbasierte Wissen in der Lehre vermitteln? Welche Wissensformen werden durch die Studierenden reaktiviert? Wie kommt es zu einem Reflektieren der eigenen Position als Forscherin und der Sensibilisierung für Forschung als Gefüge aus Methode, Medium und Feld? Der Vortrag navigiert durch diese Fragen und diskutiert Beispiele aus der Geschichte der V.A. sowie aus der Lehr-Praxis im Bereich einer digitalen „Ciné-Ethnographie“.

"Interaktive Webdokumentationen (i-Docs) und Potentiale künstlerischer Forschung"
Prof. Dipl.-Ing. Daniel Fetzner und Dr. med Dr. phil Martin Dornberg (Offenburg/Freiburg)

Begriffe wie 'Partizipation', Gemeinschaft und 'Teilhabe' werden im Hinblick auf die Herausbildung eines relationalen Milieus in den sozialen Medien neu erörtert. Interaktive Webdokumentationen schaffen in diesem Kontext gedankliche, mediale und affektive Verknüpfungsmöglichkeiten und eröffnen noch nicht diskutierte methodische Möglichkeiten in der künstlerischen Forschung. Sogenannte i-docs stellen eine Art ethnographischer Begleitung und (selbst-)reflexiver Ebene der Dokumentation dar und sind als Experimentalraum zu verstehen, der das Zusammen von Dingen und Wissen sicht- und erfahrbar machen kann.
Der Vortrag fokussiert auf das erkenntnisgenerierende Potential dieser hypermedialen Formate in forschend-künstlerischen Praktiken. Das Projekt BUZZ 2014/15 parasite.metaspace.de behandelt dabei die Dichotomie von Mensch und Tier, das Projekt WASTELAND 2016/18 waste.metaspace.de ergänzt diese Suchbewegung um das Verhältnis von Mensch zu Materie.

"Gender im Design: Die Wirkungsmacht der Artefakte"
Prof. em. Dr. Uta Brandes (Köln)

Im Design wächst erst in jüngster Zeit das Problembewusstsein, dass die Kategorie Geschlecht auch im Design erheblichen Einfluss hat. Dabei ist Gender auch in der Gestaltung essentiell. Geschlecht hat sowohl auf die Theorie, Forschung und Praxis des Designs entscheidende Auswirkungen als auch auf Nutzen, Gebrauch und Konsum.
In meinem kurzen Vortrag demonstriere ich die Bedeutung von Gender im Designprozess anhand von dummen und gelungenen Beispielen, um für dieses ebenso wichtige wie zukunftsweisende Thema (hoffentlich) zu sensibilisieren. Denn: Gender-sensibles Design kann gelernt und "gemacht" werden!


13.00-14.00 Uhr         

Mittagspause


14.00-16.45 Uhr

interner Kreis


Referierende


Melanie Bittner
Melanie Bittner ist Gendertrainerin und entwickelt im Rahmen des Projektes "Toolbox Gender und Diversity in der Lehre" eine Methodenzusammenstellung für gender- und diversitätsbewusste Didaktik. Die Toolbox wird von der Freien Universität Berlin als frei zugängliche Website bereitgestellt.

Juliette Wedl
Juliette Wedl ist Geschäftsführerin des Braunschweiger Zentrums für Gender Studies. Sie hat "Identitätenlotto", ein Lehr-Lern-Spiel zum Thema Gender, Intersektionalität und soziale Ungleichheit entwickelt.

Jun.-Prof. Dr. Julia Bee
Julia Bee ist seit 2016 Juniorprofessorin für Bildtheorie an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören u.a. Gender und Medien, Visuelle Anthropologie und Zuschauer_innenforschung.

Prof. em. Dr. Uta Brandes
Uta Brandes lehrte von 1995 bis 2015 Gender&Design an der Köln International School of Design (KISD). In ihrer aktuellen Publikation "Gender and Design: Streifzüge zwischen Theorie und Empirie" setzt sie sich mit der Notwendigkeit, die Kategorie Geschlecht im Designprozess zu berücksichtigen, auseinander und stellt exemplarisch gendersensitive Designprojekte vor.

Prof. Dipl.-Ing. Daniel Fetzner
Daniel Fetzner ist Professor für Design und künstlerische Forschung an der Hochschule Offenburg. In seinen künstlerischen Forschungsprojekten untersucht er das Potenzial interaktiver (Web-)Dokumentationen (i-Docs) für die Prozesse der Wissensgenerierung.

Dr. med. Dr. phil. Martin Dornberg
Martin Dornberg ist Philosoph, Psychosomatiker und Internist. Er lehrt an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg u.a. im Bereich Gender Studies.

 


Veranstaltungsort

Liefmannhaus, Goethestr. 33/3, 79110 Freiburg