Gendering MINT

Mit Initiativen wie dem von der Wissenschaftshistorikerin Londa Schiebinger an der Stanford University ins Leben gerufenen Projekt "Gendered Innovations" sowie dem darauf aufbauenenden Advice Paper Gender Research and Innovation: Intergrating Sex and Gender Analysis into Research Processes (LERU 2015) der League of European Research Universities hat die Genderforschung in den MINT-Fächern Auftrieb erhalten. Selbst in EU-Forschungsprogrammen wie Horizon 2020 findet das Thema Gendering MINT Gehör und liefert Anreiz durch entsprechende Budgetierung. Seither wird die Frage, wie die Kategorie Sex – das biologische Geschlecht – und Gender – das soziale Geschlecht –  beziehungsweise deren Wechselwirkung in der Kategorie Geschlecht (sex-gender) in die Entwicklung von Forschungsvorhaben im MINT-Bereich integriert werden kann, wieder intensiver gestellt. Über Gendered Innovations wird seither kontrovers – vor allem auch im deutschsprachigen Raum – diskutiert (Ernst/ Horwath 2013; Paulitz et al. 2015).

Mit diesem Verbundvorhaben setzen wir uns mit diesen Diskussionen auseinander, lassen einzelne ExpertInnen und ihre je eigenen Positionen und Perspektiven zu Wort kommen. Dabei bildet sich ein heterogenes Feld ab, dass auf einer inzwischen jahrzehntelangen Forschung beruht (vgl. Gesamtdokumentation des vorherigen Projekt "Gendering MINT.Vernetzung und Austausch von Gender-Perpsektiven in den Natur- und Technikwissenschaften").

 

Literatur
Ernst, Waltraud & Horwath, Ilona (eds.) (2013) Gender in Science and Technology. Interdisciplinary Approaches. Bielefeld: transcript.
Paulitz, Tanja et al. (Hg.) (2015) Akademische Wissenskulturen und soziale Praxis. Geschlechterforschung zu natur‐, technik‐ und geisteswissenschaftlichen Fächern. Darmstadt: Westfälisches Dampfboot.